Geschlossene Fonds

Steuern sparen und hohe Renditen erzielen mit geschlossenen Fonds – nur ein Vergnügen für Superreiche? Weit gefehlt, mittlerweile können auch Normalanleger die Chancen dieser Anlageklasse nutzen. Die Angebotspalette ist jedoch für unerfahrene Anleger meist nur schwer zu durchschauen. Neben den bekannten geschlossenen Immobilienfonds werden u.a. Schiffs-, Medien- und Windkraftfonds angeboten.
 
Das Prinzip ist dabei immer gleich: Mehrere Anleger stellen Eigenkapital für ein Großprojekt, z.B. den Bau eines Einkaufszentrums, zur Verfügung und werden dadurch Miteigentümer an einer Gesellschaft, mit allen Chancen und Risiken. Bei geschlossenen Fonds wird, im Gegensatz zu Aktienfonds, nur eine begrenzte Anzahl an Anteilen verkauft, bis ausreichend Eigenkapital zur Verfügung steht. Dieses Kapital ist dann für eine festgelegte Laufzeit gebunden.
 
Diese Vorteile eines geschlossenen Fonds erkauft sich der Anleger mit einem teilweise höheren Risiko, da er sich unternehmerisch an einem Investitionsvorhaben beteiligt. Bedenken Sie: Theoretisch ist auch ein Totalverlust möglich. Damit dies nicht passiert, sollten Sie sich von einem erfahrenen Finanzdienstleister beraten lassen. Diese bieten auch nicht nur Produkte eines einzigen Initiators an und können somit ein für Sie individuell passendes Angebot herausfiltern und Sie objektiv beraten. Schwarze Schafe enttarnen sich hingegen dadurch, dass sie Risiken herunterspielen und Ihnen das Blaue vom Himmel versprechen. Hier gilt: Kein Abschluss unter Zeitdruck oder am Telefon.

Vom Steuer- zum Renditeobjekt

Die Steuersparmöglichkeiten von geschlossenen Fonds wurden in der letzten Zeit zunehmend eingeschränkt. Eine der ersten Amtshandlungen der großen Koalition war, Ende 2005 das Steuerschlupfloch „geschlossene Fonds“ zu schließen. Seitdem können Verlustzuweisungen nicht mehr mit anderen Einkommensarten verrechnet werden. So kann ein Anleger beispielsweise Verluste aus Medienfonds nur noch mit Gewinnen aus anderen Medieninvestitionen verrechnen. Um so wichtiger ist deshalb fortan der wirtschaftliche Erfolg eines Beteiligungsprojektes.

So vielfältig das Angebot ist, so verschieden sind auch die Chancen und Risiken einer Fondsanlage. Zwei Beispiele. Geschlossene Immobilienfonds erwirtschaften in der Regel Renditen von 5 bis 10 Prozent pro Jahr, bei meist überschaubarem Risiko. Denn sie investieren in werthaltiges Realvermögen, wie Bürogebäude oder Multiplexkinos. Risiken sind in erster Linie ein möglicher Wertverfall und Mietausfall. Ob die Fondsinitiatoren z.B. zukünftige Mieteinnahmen realistisch kalkulieren, können Sie bei Spezialisten wie den Beratern der Verbraucherzentralen erfragen.

Tipps:

  • Kaufen Sie nur bei erfahrenen Finanzdienstleistern, die Fonds von verschiedenen Fondsgesellschaften anbieten
  • Vorsicht ist geboten bei sehr geringen Mindestbeteiligungen unter 15.000 Euro
  • Seriöse Berater und Fondsinitiatoren weisen auf die Risiken der jeweiligen Projekte hin
  • Keine Investition in GbR-Fonds, achten Sie auf eine Haftungsbeschränkung.